mu.KU:wi-Leseautobiografie-Workshop

mu.KU:wi-Leseautobiografie-Workshop

Gruppe von 4-6 Teilnehmer*innen (TN*). Der LAB wurde für Jugendliche und junge Erwachsene konzipiert – Arbeitsblatt 3 (Anleitung) sollte daher unter Umständen adaptiert werden, wenn die TN* jünger sind.

Anleitung inkl. Arbeitsblätter 

  1. Bereiten Sie ca. 15 verschiedene Texte (unterschiedliche Textsorten vom Chat-Dialog, über ein Fragment aus einem Theaterstück, eine Comic, einem Klapptext bis hin zu einem Wikipedia-Eintrag…) vor. Nummerieren sie die Texte gut sichtbar durch und legen Sie die Texte in die Mitte des Sesselkreises. Jede/r  TN* soll nun entscheiden, welcher Text für sie/ihn passt, welcher Text unterfordernd wirkt und welcher Text überfordernd wirkt. [Arbeitsblatt_1] Anmerkung: Im Kontext des Auswahlprozesses können dabei unterschiedliche Lesearten (= Lesestrategien) erläutert und veranschaulicht werden, z.B. „überfliegen“, „genau lesen“. Setzen Sie diese Lesearten in Bezug mit dem erklärten Ziel der Übung. „Welche Lesestrategie hast Du bei diesem Text eingesetzt um zu entscheiden, ob er passt oder nicht passt?“ So können die TN* erkennen, dass sie manchmal zwischen Lesearten wechseln, wenn die Passung nicht auf einen Blick ersichtlich ist. Erläutern Sie, dass es bei für uns alle Texte gibt, die wir als passend einschätzen – während andere nicht passen (Begriff: LeserIn-Text-Passung).
  2. In einem nächste Schritt soll versucht werden einen (oder wenn möglich zwei) Texte ausfindig zu machen, den alle TN* als „passend“ eingestuft haben. Dazu kann man zuerst alle überfordernden Texte aus der Mitte wegnehmen, dann alle unterfordernden Texte. Schließlich bleiben die passenden in der Mitte liegen – hier sollen 1-2 von der Gruppe ausgewählt werden, die allen passend erscheinen. Lesen Sie die/den passenden Text/e langsam vor und bitten Sie die TN* den Text in 3-4 Sätzen zusammenzufassen. [Anm. den Text ggf. noch ein zweites Mal vorlesen und dann in die Mitte zurücklegen. Die TN* können jederzeit selbst nochmal auf den Text zurückgreifen, etwas nachlesen aber immer wieder in die Mitte zurücklegen, damit auch andere die Möglichkeit haben – die Übung sollte ohne zeitliche Vorgabe erfolgen]. Nachdem die TN* fertig sind, lesen sie ihre Zusammenfassungen vor [Optional: Lesen Sie auch ihre Zusammenfassung vor].
  3. Fragen Sie die TN*: „Woran liegt es, dass unsere Zusammenfassung unterschiedlich sind?“ „Ihr habt doch alle den selben Text gelesen – oder? Warum ist deine Zusammenfassung aber so anders als ihre/seine?“ In der Reflexion darüber soll den TN* schließlich ersichtlich werden, dass jeder von uns dem Text auf seine Art und Weise begegnet ist. Es soll klar werden, dass wir als Leser und Leserinnen uns selbst in diese Begegnung mitbringen, jede und jeder eine eigene Perspektive auf den Text entwickelt. Die Bedeutungen in einem Text werden vom Leser, der Leserin, entlang unseres Vorwissens und unserer Erfahrungen ständig mitgestaltet (Begriff: ko-konstruiert). Anmerkung: Dieser Zugang soll die Dimension von Individualität in der Begegnung mit dem Text stärken. Es ist wichtig (für die Vorbereitung auf die Leseautobiografie) einer nicht-wertenden Perspektive, die die individuelle Ebene der Begegnung zwischen LeserIn und Text thematisiert, entsprechenden Raum zu geben.
  4. Nun können die TN* nachdenken – wie es Ihnen denn bisher so gegangen ist (in Familie, oder Schule, oder im Freundeskreis, in der Freizeit…) mit Über- und Unterforderung in Bezug aufs Lesen / auf Texte. Anmerkung: In vielen Gruppen fangen die TN* sofort zu erzählen an und es entwickelte sich eine rege Unterhaltung und ein Erfahrungsaustausch (es wird also gleich zu Punkt 5 übergegangen – 4 übersprungen).
  5. Nach einer Pause empfiehlt es sich als Einstimmung auf das Schreiben der Leseautobiografie (LAB) zwei LABs vorzulesen (aus dem Internet). Die TN* sollen einmal hören, damit sie einen Eindruck von dem recht aufwändigen Begriff LAB bekommen. Dazu kann es auch helfen den Begriff Biografie bzw. Autobiografie mit den TN* zu erläutern. Durch die  Leseautobiografie erfährt man, wie das Lesen und der Umgang mit Büchern aber auch anderen Lesemedien im Leben eines Menschen präsent sind. Aber auch welche anderen Menschen diesbezüglich eine Rolle gespielt haben (Familie, Schule, Freundeskreis…), wie, wo und wann Menschen lesen (Leseverhalten) und auch wie es ihnen dabei geht (Lesemotivation). Reden Sie mit den TN* darüber, dass man auch kurze Episoden in eine Leseautobiografie einbauen kann und über ein chronologisches Vorgehen im Verfassen einer Autobiografie.
  6. Mit dem Arbeitsblatt_2 und der Ausfüllhilfe Arbeitsblatt_3 können die TN* nun ihre eigene Leseautobiografie grundsätzlich in Stichwörtern planen. Gehen Sie vor dem Start die einzelnen inhaltlichen Ebenen durch – die Begriff in Klammer sind für die TN* nicht wesentlich. Anmerkung: Wenn Sie mit den TN* am Begriff der Strategie arbeiten, dann können Sie auch hier wieder von einer Strategie sprechen, die hilft ein bestimmtes Ziel zu erreichen. Diese beiden Arbeitsblätter wurden im LAB-Workshop mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen in der überbetrieblichen Lehre erprobt – für TN* jüngeren Alters müssen sie wohl entsprechend adaptiert werden.
  7. Nach der Planung der LAB (ca. 30 Minuten) können sich die TN* ihre LAB nun verfassen: Arbeitsblatt_4

Einen interessante Workshop wünscht..
Eric Moser

 

 

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