Auszüge aus Leseautobiographien*

Workshops mit Lehrlingen 

„Mein Vater hat uns aufgefordert, dass wir mehr lesen sollen in unserer Freizeit. Aber er hat sich nicht wirklich darum gekümmert, obwohl es ihm auch wichtig war.“

„Ich habe schon im Kindergarten angefangen zu lesen. Schon als Kleinkind wurde mir der Zugang zu Fernseher oder Computer verboten. Stattdessen wurde ich in die Bibliothek geschickt. Ich las Thomas Brezina, von Prinzessinnen, bis hin zu Jugendbüchern und Menschen, die eine dunkle Vergangenheit hatten.“

„Mit 4 bin ich in den Kindergarten gegangen. Dort habe ich Buchstaben kennengelernt und unsere Pädagogin hat uns Bücher vorgelesen.“

„Ich bin nicht mit Büchern aufgewachsen. Meine Eltern haben selbst nicht gelesen und ich bin auch nicht interessiert an Büchern gewesen. Nach dem Hauptschulabschluss habe ich angefangen zu lesen und ich habe meine eigenen Kurzgeschichten geschrieben. Darin war ich gut.“

„In jeder freien Minute – wenn ich nichts anderes zu tun hatte – konnte ich in die Bibliothek gehen und dort entspannt meine Bücher lesen. Aber auch nach der Schule bzw. zuhause habe ich gerne vor dem Schlafen ein bisschen gelesen. Je nachdem wie das Buch war. Ab einem gewissen Alter, mit ca. 13 oder 14 Jahren, hat das aufgehört und ich interessierte mich immer weniger für Bücher und Geschichten, ging seltener in die Bibliothek, bis gar nicht mehr.“

„Ich lese sehr gerne Romane. Meine Freundin hat mir mal einen Roman geschenkt und ich habe ihn auch fertig gelesen. Es hat mir sehr gefallen, es ging viel um die Liebe.“

„Meine Mama hat mir Harry-Potter-Bücher gekauft und die habe ich auch alle durchgelesen. In der 3. und 4. Klasse Hauptschule mussten wir in der Schule Bücher lesen. Das hat mir auch ziemlich Spaß gemacht. Als ich 13 und 14 Jahre alt war habe ich sehr viele Bücher gelesen, hauptsächlich Krimis und Romane.“

„Ich persönlich habe nie wirklich viel gelesen, nur in der Schule, wenn es sein musste, damit ich keine schlechte Note bekomme.“

„In meinem Land habe ich keine Schule besucht, weil ich keine Möglichkeit hatte die Schule zu besuchen als ich klein war. Ich war in der Moschee und habe Quran (Koran) gelesen.“

„Ich habe oft griechische Mythologie gelesen, in der Schule, zuhause, in der Bücherei und haben mich wohl und frei gefühlt. Meine Lehrerin hat mir oft Bücher geborgt und ich habe auch mit ihr über das Gelesene gesprochen. Ich habe mir diese Bücher selbst ausgesucht, weil mir das Thema gefiel.“

„In der Schule haben wir oft die Aufgabe bekommen über ein Buch ein Referat zu halten, das wir zugeteilt bekommen haben. Meistens waren es Bücher, die mich oder meine Mitschüler kaum interessiert haben. Wir sind auch oft in die Schulbibliothek gegangen. Die Bücher da haben mich meistens gelangweilt und ich fand es viel interessanter und spannender die Guiness-Bücher zu durchstöbern.“

„Mit der Zeit habe ich begonnen Romane zu lesen und bei der Abschlussprüfung habe ich sogar ein Buch präsentiert. Jetzt lese ich manchmal auf Deutsch, aber für mich ist es leichter auf Russisch zu lesen.“

„Wir hatten einmal eine Lesenacht, doch die Lehrerin ist nach ihren Wünschen vorgegangen und hat uns etwas vorgelesen, das sie spannend fand, uns jedoch gar nicht angesprochen hat. Und so sind auch die meisten der Schüler aus Langeweile eingeschlafen.“

„Heute bin ich 20 und lese meistens nur noch per Internet – also Handy – oder ich schau mir lieber Filme an.“

„Von allen Büchern, die ich bisher gelesen habe, hat mir nur ein Buch gefallen. Das handelte von Fußball. Ich habe so viel über Fußball gelernt und bin richtig informiert.“

„Als ich schon in der Volksschule war, war es nicht anders. Ich konnte kaum Deutsch sprechen und als ich ganz langsam gelernt habe, konnte ich schließlich auch mehr verstehen und selbst sprechen. Viele haben gesagt, dass mein Akzent ganz normal ist. Nur meine Grammatik war eine Katastrophe.“

„Meine Deutschkenntnisse waren nicht sehr gut, doch meine Lehrerin wollte eine Präsentation. Da habe ich im Internet eine Zusammenfassung gefunden.“

„Zur Zeit lese ich Bücher auf Koreanisch oder Englisch. Es ist gut Bücher zu haben, damit man die Sprache dadurch nicht vergisst und man daraus lernen kann.“

„In der Mittelschule musste ich oft aus der Bibliothek Bücher ausleihen und Referate halten. Ich habe zwar angefangen diese Bücher zu lesen, aber leider nicht zu Ende gelesen. So habe ich auch schlechte Noten gekriegt. Da die Bücher zu viele Seiten hatten, wollte ich sie nicht lesen und sie waren auch nicht interessant. Ich hoffe, dass sich das ändert und ich mehr lesen werde.“

„Ich denke, der Grund warum ich mich nicht mit Büchern auseinandergesetzt habe liegt erstens am Zwang, zweitens weil es Bücher waren, die mich nicht angesprochen haben, und drittens ich mir die Zeit nicht genommen habe mich mal hinzusetzen und nur zu lesen und zu verstehen“.

„Was ich sagen kann ist, dass meine Eltern mir meine Muttersprache beigebracht haben als ich klein war. Ich kann Serbisch sprechen, schreiben und lesen. Aber das serbische Alphabet kann ich leider nicht. Mit drei habe ich mir selber die deutsche Sprache beigebracht. Natürlich auch mit Hilfe des Lehrers. Genauso das Lesen.“

 

*um die inhaltliche Dimension dieser Auszüge in den Vordergrund zu stellen wurden Orthographie und Syntax weitestgehend korrigiert.

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