Fragen zur Lesesozialisation 1

A) 18 Kinder aus einer 1. Klasse NMS (Kinder zwischen 10 und 12 Jahren alt) haben diese Frage mittels Fragebogen so beantwortet (1 Kind gab mehr als 3 Antworten an, die dennoch in die Statistik aufgenommen wurde – Gesamtheit 53 ):

Frage: „Wen fragst Du?“
„Stell Dir vor, Du interessierst Dich plötzlich für ein neues Thema (z.B. ein unbekanntes Land, eine unbekannte Musik oder Sprache, oder vielleicht Meerestiere…) und möchtest mehr darüber wissen. Was würdest Du tun? (Du kannst bis zu 3 Antworten ankreuzen)“  „Ich würde…“

meine Geschwister fragen 4
meine Eltern fragen 12
im Internet suchen 12
meine/n beste/n Freund/in fragen 10
in die Bücherei gehen 3
eine/n Bibliothekar/in fragen 1
meine/n Lehrer/in fragen 11

 

B) 22 Kinder aus einer 4. Klasse NMS (Kinder zwischen 13 und 15 Jahren alt) haben diese Frage mittels Fragebogen so beantwortet (Gesamtheit der Antworten: 60 ):

meine Geschwister fragen 4
meine Eltern fragen 7
im Internet suchen 21
meine/n beste/n Freund/in fragen 7
in die Bücherei gehen 9
eine/n Bibliothekar/in fragen 1
meine/n Lehrer/in fragen 11

 

Fazit: Trotz Büchereibesuches nur wenige Wochen zuvor, bleibt die Institution Bücherei mit dem/der Bibliothekar/in für die Kinder der 1. Klasse doch noch weit entfernt. Nur vereinzelt wird ein Besuch der Bücherei bzw. die Ansprache an das Bücherei-Personal von den Kindern als vielversprechende Möglichkeit begriffen, mehr Informationen zu einem Thema zu erhalten. Sieht man von der Dominanz der Möglichkeit „im Internet suchen“ ab, so erscheint der Besuch einer Bücherei den 4.-Klässler/inne/n  als gleichwertige Maßnahme um ein neues Interessensgebiet zu verorten bzw. zu vertiefen. Vielleicht ist es einfach so, dass der Büchereibesuch für die Jüngeren mit Hürden – wie etwa der Wegstrecke – verbunden sein könnte. Zudem geben die Kinder der 1. Klasse direkten Ansprechpartner/inne/n der Vorzug – was mitunter eine veränderte Rolle, etwa für Lehrer und Lehrerinnen, in Hinblick auf die Lesesozialisation bedeutet.

Ist das Internet für die Kinder der 1. Klasse nur eine Option unter vielen, so entscheiden sich bei den 4.-Klässler/inne/n bereits 21 von 22 Schüler/inne/n für diese Möglichkeit. Die Dominanz der Kategorie „im Internet suchen“ steht in keiner Relation zum Besitz eines Handhelds (Smartphones, iPhones…) über welche die Teilnehmer/innen der 1. Klassen in ähnlichem Ausmaß wie jene höherer Klassen verfügen. Eher lässt sich davon ausgehen, dass die direkte Ansprache an Bezugspersonen mit dem Eintritt in die Pubertät eher abnimmt und dies – gemeinsam mit der Entwicklung digitaler Kompetenzen – eine eigenständige digitale Exploration von Themen mittels Handheld oder Computer zur ersten Wahl werden lässt.

 

 

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