Leseautobiographie

Seit dem Frühjahr 2019 bietet mu.KU:wi den Leseautobiographie-Workshop an. In mehreren Etappen nähern sich die TeilnehmerInnen dem Verfassen ihrer Leseautobiographie.

Den Erkenntnissen der Lesesozialisation-Forschung folgend, geht es im Vorfeld des Schreibprozesses darum, Lesen als vielschichtigen Beziehungsprozess erfahrbar zu machen, der sich weder einseitig auf die Dimension familiärer Sozialisation, noch auf die Institution Schule, und auch nicht als VerliererIn im Konkurrenzkampf mit den sozialen Medien, reduzieren bzw konstruieren lässt.

Ziel des Workshops ist es, ein Gefühl von Selbstständigkeit in Hinblick auf das Lesen bei den TeilnehmerInnen zu stärken und so das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten zu fördern. Im Laufe der Workshops sollen die TeilnehmerInnen ungewohnte Perspektiven aufs Lesen entwickeln können. Dabei ist die Auseinandersetzung mit (negativen) Leseerfahrungen ebenso zentral, wie ein Thematisieren des individuellen Charakters jeglicher Leseprozesse.

Phase 1) Texte und Textsorten. Was versteht man unter „Textpassung“ und passiert eigentlich noch so beim Lesen?

Entlang einer spielerischen Herangehensweise mit unterschiedlichen Textsorten, nähern wir uns dem Begriff der Textpassung. Mittels eines kurzen Auswahlverfahrens einigen wir uns auf zwei Textsorten, die wir als „passend“ erachten und in einer ersten Übung zusammenfassen. Dabei wird klar, dass sich die Zusammenfassungen der einzelnen TeilnehmerInnen zwar weitgehend ähneln und doch unterscheiden. Warum ist das eigentlich so?

Im Anschluss erzählen die TeilnehmerInnen von ihren bisherigen Erfahrungen. Entlang der Fragestellung „Wie war es für Dich, als ein Text einmal so gar nicht gepasst / so richtig gut gepasst hat? Wie hat sich diese Situation ergeben, und welche Strategien hast Du in dieser Situation gewählt bzw. was ist mit Dir beim Lesen passiert?“ schließen wir an weitere wesentliche Dimensionen des Leseprozesses an: Leseflüssigkeit, Motivationsarten, Imagination…

Phase 2) Textsorte „Leseautobiographie“ – Sich auf die Leseautobiographie vorbereiten.

In der zweiten Einheit lesen wir aus einer Auswahl von Leseautobiographien. Im Anschluss daran erfolgt immer eine Diskussion in der die TeilnehmerInnen auch aus ihrer Lesegeschichte erzählen und so ihr Gedächtnis auffrischen. Der zweite Teil dieser Einheit widmet sich der Vorbereitung des Schreibprozesses der eigenen Lesebiographie. Dabei werden zehn verschiedene Bereiche reflektiert, die insbesondere die Aspekte einer migrantischen Leseautobiographie berücksichtigen (Lesen als multilinguale Vielfalt).

Phase 3) Schreiben der eigenen Leseautobiographie.

In der dritten Einheit verfassen die TeilnehmerInnen ihre Leseautobiographie in Einzelarbeit. Auf freiwilliger Basis entscheidet abschließend jede/r einzelne Teilnehmer/in, andere an seiner/ihrer autobiographischen Darstellung teilnehmen zu lassen.

 

Dauer: mind. 3 x 50 Minuten

Preis: nach Vereinbarung

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