„Fortsetzung folgt…“

…ein Kulturprojekt für SchülerInnen zwischen 10 und 15 Jahren. 

Kommt Ihnen der Titel unseres Projekts bekannt vor? Wenn ja, dann erinnern Sie sich wohl gerade an eine ORF-Literatursendung der 80er und frühen 90er Jahre mit dem Titel „Fortsetzung folgt nicht…“. Auch hier und heute spielt die Präsentation von Kinder- und Jugendliteratur die zentrale Rolle. Doch legt „Fortsetzung folgt…“ nicht nur die Bücher selbst, sondern – dank moderner Technik – den gesamten Produktionsprozess der Präsentationen in die Hand der Kinder und Jugendlichen. So werden aus LeserInnen schließlich auch ErzählerInnen, DrehbuchautorInnen, Film-, Hörspiel- oder Theaterschaffende. Zu diesem Zweck holt sich „Fortsetzung folgt…“ mit LehrerInnen, BibliothekarInnen, freien DramaturgInnen, TheaterpädagogInnen und Filmschaffenden ausschließlich Fachleute ins Projekt-Boot.

In Veranstaltungen und Werkstätten, die den regulären Unterricht begleiteten, unterstützten sie die SchülerInnen bei Recherche und Buchauswahl, der Entwicklung eines Drehbuchs und zu guter Letzt bei der Produktion eines kurzen Hörspiels, Films, oder Theaterstückes in dem die Projektgruppen ihren Roman vorstellen – aber Vorsicht! Es darf natürlich nicht zuviel verraten werden, denn die „Fortsetzung folgt…“ wo alles begann: Im Buch selbst.

Der Ablauf von „Fortsetzung folgt…“ im Überblick

(für weitere Infos – Ziele – zu den einzelnen Phasen bitte in der Übersicht auf die Phase klicken):

Erste Phase: Recherche & AuswahlHauptbücherei_2

Wie auch andere Projektphasen vereint Recherche & Auswahl einen fixen Programmteil mit frei gestaltbaren Elementen. Als entspannten Übergang zur Arbeit mit dem Medium Buch haben viele SchülerInnen das Vorlesen von ausgewählten Buchdialogen zu Beginn der Phase erlebt. Mit spannenden Szenen wird die Klasse so auf die Arbeit mit der Literatur eingestimmt. Auch die ein oder andere offene Projektfrage kann bei dieser Gelegenheit noch beantwortet werden – bevor es dann losgeht.

Die Stadtbücherei Wien konnte bereits für den Pilotversuch als PartnerIn für das Projekt gewonnen werden. Im Rahmen von „Fortsetzung folgt…“ verfolgten wir das gemeinsame Ziel, die Rolle der Bücherei sowohl in Bezug auf die Lesesozialisation der Kinder, als auch hinsichtlich der Ausbildung ihrer digitaler Kompetenzen zu stärken. Neben einer Orientierungsveranstaltung, in deren Rahmen alle SchülerInnen Büchereikarten erhalten, und der Vertiefung des Online-Kataloges der Stadtbücherei im Schulunterricht, wird ein zweiter Besuch der jeweiligen Bücherei-Zweigstelle am Ende der Phase empfohlen. Den SchülerInnen steht so noch etwas mehr Zeit zur Verfügung ihre Buchauswahl in der Gruppe abzuschließen und sie können sich dabei als kompetente – mit der Recherche vertraute NutzerInnen der Institution erleben. Gibt es eine schulinterne Bibliothek empfehlen wir diese jedenfalls in die Gestaltung dieser Phase mit einzubinden.

Zweite Phase: LesenLesung_8_3_17_Polytechnische_Burggasse

Nachdem die SchülerInnen ihre Projektgruppen gebildet, ihre Bücher ausgewählt und ihre Exemplare (aus den Zweigstellen) selbstständig organisiert haben, lesen sie einzeln für sich – oder gemeinsam im (digitalen) Lesekreis – ihre ausgewählten Projekt-Romane. Um einen kontinuierlichen Leseprozess zu unterstützen und zur Vorbereitung auf die anschließende Schreibwerkstatt, wird das Lesen  von  Arbeitsaufgaben (Hausaufgaben) begleitet. In den ca. sechs Lesewochen werden dabei etwa 3-4 Arbeitsaufgaben empfohlen, die in eigenen Projektheften oder Projektmappen gesammelt werden. Den LeiterInnen der Schreibwerkstätten sollte – in Absprache mit der Lehrkraft – dabei die Gestaltung der abschließenden Arbeitsaufgabe freigestellt sein. Die gesammelten Arbeitsaufgaben dienen auch als anfängliche Diskussionsgrundlage in der Schreibwerkstatt. Zu diesem Zweck werden die Projekthefte eine Woche vor Beginn der Schreibwerkstatt abgesammelt und an die LeiterInnen der Schreibwerkstätten übergeben.

16_Mai_Burggasse_Kux_3Dritte Phase: Schreibwerkstatt

So vorbereitet treffen sich die Projektgruppen und ihre Schreibcoaches zur ersten Schreibwerkstatt in den Räumlichkeiten der Schule. In insgesamt sechs Unterrichtseinheiten (300 Minuten) entwickeln sie nun gemeinsam ihre Drehbücher. Die Schreibcoaches leiten die kreativen und gruppendynamischen Prozesse selbstständig (z.B. unter Einbeziehung theaterpädagogischer Methoden). Gemeinsam tauchen die TeilnehmerInnen der Projektgruppen erneut in den Stoff ihres Romans ein, besprechen ihre Perspektiven, wählen zusammen das Material ihrer Erzählung aus und transformieren das Ergebnis dieser Prozesse zu 2-3 kurzen Film-, Theater-, oder Hörspielszenen. Neben der Aufgabenstellung einen Einblick in die Handlung des Romans zu geben, stellt die Erarbeitung eines offenen, spannungsgeladenen Schluss (Cliffhanger) eine besondere Anforderung an das Drehbuch dar.

Vierte Phase: Produktionswerkstatt 16_Mai_Burggasse_Kux_11

Ebenfalls unter Anleitung von Fachkräften realisieren die Gruppen in den Produktionswerkstätten die etwa 3-5-minütige Kurzfilme, Theaterstücke, oder Hörspiele. Die Produktionswerkstatt umfasst dabei nur zwei Unterrichtseinheiten (100 Minuten), und baut daher auf dem soliden Output der Schreibwerkstatt auf. Dort konnten die Stücke in der letzten Einheit bereits geprobt werden. In den Bereichen Film- und Hörspielproduktion kann somit eine der beiden Produktions-Einheiten der Endproduktion (Schnitt, Mastering, Rendering…) gewidmet werden, während nur die erste Einheit auf das Filmen bzw. die Tonaufnahme verwendet wird. Gefilmt wird dabei auf dem Handy (Smartphone) von den SchülerInnen selbst. In der Theatewerkstatt wird hingegen die Arbeit an der schauspielerischen Darbietung vertieft und an der Regie gearbeitet.

Photoshoped_SWST_PTSFünfte Phase: Performance/Präsentation

„Bühne frei!“ heißt es schließlich in der letzten Phase von „Fortsetzung folgt…“. Alle Ergebnisse der Arbeit aus den vorangegangenen Wochen werden nun vor Publikum (Klassenverband) präsentiert. Die Projektgruppen haben dabei die Möglichkeit ihre Erfahrungen auszutauschen und auch die LeiterInnen der Schreibwerkstätten haben nun die Gelegenheit mit LeherInnen und Eltern zu diskutieren. Die Präsentationen finden im Rahmen einer Unterrichtseinheit stattfinden. Bei maximal fünf Projektgruppen/Klassenverband stehen jeder Projektgruppe ca. 5 Minuten für ihre Performance und etwa ebenso viel Zeit für eine anschließende Besprechung zur Verfügung. Abschließend wird das Projekt gemeinsam verabschiedet.

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